Der Wald in Deutschland

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Wald und Holz in Deutschland

Mit einer Waldfläche von rund 11,5 Millionen Hektar sind laut etwa 32 Prozent der Fläche Deutschlands bewaldet. In den deutschen Wäldern stehen rund 3,7 Milliarden Kubikmeter Holz. Damit verfügt Deutschland über den größten Holzvorrat innerhalb der Europäischen Union.

Jährlich wachsen in Deutschlands Wäldern rund 101,5 Millionen Kubikmeter Holz nach. Das entspricht etwa 3,2 Kubikmetern pro Sekunde. Zwischen 2012 und 2022 wurden durchschnittlich rund 72,6 Millionen Kubikmeter Rohholz pro Jahr genutzt. Der Holzzuwachs ist gegenüber der vorherigen Inventurperiode allerdings um rund 16 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig haben insbesondere Dürre, Stürme und Borkenkäferbefall seit 2018 zu erheblichen Waldschäden und hohen außerplanmäßigen Holzabgängen geführt.

Der Holzvorrat liegt mit rund 3,67 Milliarden Kubikmetern heute wieder ungefähr auf dem Niveau von 2012. Ein weiterer pauschaler Aufbau der Holzvorräte ist daher kein Selbstzweck: Insbesondere hohe Vorräte in fichtenreichen Beständen können das Risiko von Schäden durch Sturm und andere Kalamitäten erhöhen. Ziel einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist es deshalb, stabile und klimaresiliente Wälder zu erhalten und gleichzeitig den nachwachsenden Rohstoff Holz nachhaltig zu nutzen.

Der Wald erfüllt dabei viele Funktionen gleichzeitig: Er liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz, bietet Erholungsraum, ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und speichert große Mengen Kohlenstoff. In den lebenden Bäumen der deutschen Wälder sind derzeit rund 1,18 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert.

Die frühere Aussage, der deutsche Wald entlaste die Atmosphäre jährlich um rund 52 Millionen Tonnen CO₂, ist allerdings nicht mehr aktuell. Zwischen 2017 und 2022 hat der Kohlenstoffvorrat des Waldes infolge der großen Waldschäden und des geringeren Holzzuwachses abgenommen. Der Wald wurde in diesem Zeitraum erstmals seit Jahrzehnten von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle. Gleichzeitig bleibt die Verwendung von Holz für die Klimabilanz relevant: Der wachsende Kohlenstoffspeicher in Holzprodukten bindet derzeit netto rund 5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr.

Entwicklung der deutschen Wälder

Die deutschen Wälder werden älter. Das Durchschnittsalter der Bäume ist zwischen 2012 und 2022 um fünf Jahre auf 82 Jahre gestiegen. Mehr als 30 Prozent des Waldes sind heute älter als 100 Jahre, mehr als 20 Prozent sogar älter als 120 Jahre. Die Fläche mit Bäumen über 100 Jahren ist innerhalb von zehn Jahren um rund 378.000 Hektar gewachsen.

Gleichzeitig setzt sich der Umbau der Wälder fort. Der Anteil der Laubbäume an der Holzbodenfläche ist von 43 Prozent im Jahr 2012 auf 47 Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Ihre Fläche nahm auf rund 5,1 Millionen Hektar zu. Die Fläche der Nadelbäume sank dagegen um rund 400.000 Hektar auf etwa 5,5 Millionen Hektar.

Besonders deutlich sind die Veränderungen bei den wichtigsten Baumarten. Die Kiefer ist mit rund 22 Prozent inzwischen die häufigste Baumart, gefolgt von Fichte mit 21 Prozent, Buche mit 17 Prozent und Eiche mit 12 Prozent. Zwischen 2012 und 2022 verlor die Fichte infolge von Sturm, Trockenheit und Borkenkäferbefall rund 461.000 Hektar beziehungsweise 17 Prozent ihrer Fläche. Die Buchenfläche nahm dagegen um rund 130.000 Hektar beziehungsweise 8 Prozent zu, die Eichenfläche um rund 119.000 Hektar beziehungsweise 11 Prozent.

Auch die Struktur der Wälder verändert sich: Mittlerweile sind 79 Prozent der Waldfläche Mischwald, und 77 Prozent der Wälder sind zwei- oder mehrschichtig aufgebaut. Damit werden Deutschlands Wälder vielfältiger. Gleichzeitig zeigen die großen Waldschäden der vergangenen Jahre, dass der Umbau zu stabilen, standortgerechten und klimaresilienten Wäldern eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahrzehnte bleibt.

Quelle: Daten der Bundeswaldinventur von 2022

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