Bild: Siefker/DFWR

Berlin, 9. Juli 2026. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) warnt vor den geplanten Kürzungen der Wald- und Holzforschung im Bundeshaushalt 2027. Nach der Streichung des Waldklimafonds sollen die Mittel nach den aktuellen Planungen auch im Haushalt des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auf ein Minimum reduziert werden. Der DHWR appelliert an den Deutschen Bundestag, die Forschungsförderung auf mindestens 60 Millionen Euro zu belassen. Denn ohne eine leistungsfähige Forschung lassen sich die Herausforderungen des Klimawandels nicht bewältigen.

Während eines Parlamentarischen Frühstücks der Plattform Forst & Holz erklärt Jörn Kimmich, DHWR-Präsident und stellvertretender Sprecher der Plattform Forst und Holz: „Die Forst- und Holzwirtschaft steht vor einer Jahrhundertaufgabe. Unsere Wälder müssen an den Klimawandel angepasst und gleichzeitig neue, klimafreundliche Holzprodukte entwickelt werden. Hier wurde in der Vergangenheit gerade im Bereich Laubholz viel Grundlagenarbeit geleistet. Jetzt geht es darum, die Forschungsergebnisse in die Unternehmen zu tragen. Dafür sehen wir einen Finanzierungsbedarf von mindestens 60 Millionen Euro. Wird die Forschungsförderung aber entsprechend dem Haushaltsentwurf eingekürzt, können nur noch bereits bewilligte Forschungsvorhaben fortgeführt werden. Damit auch neue Projekte mit neuen Ideen gefördert werden, ist eine Aufstockung im Vergleich zum Haushaltsentwurf unvermeidbar.“

Besonders kritisch ist die Entwicklung der Förderstruktur in der Holzforschung, die in den letzten Jahren überproportional zurückgefahren wurde. Kimmich erklärt: „Was nach den Kürzungen übrigbleibt, ist nur noch ein Bruchteil dessen, was notwendig wäre, um die immensen Herausforderungen der Holzwirtschaft anzugehen. Nur wenn die Holzforschung entsprechend unterstützt wird, kann sie ihren Beitrag für die gesamte Wertschöpfungskette und den Klimaschutz erfüllen.“

Forschung für Wald und Holz vor großen Aufgaben

Die Waldforschung steht angesichts des Klimawandels vor enormen Herausforderungen. Benötigt werden neue Strategien gegen invasive Schadinsekten sowie wissenschaftliche Lösungen für die zunehmenden Kalamitäten durch Dürre, Pilzbefall und Waldbrände. Gleichzeitig muss die Holzforschung Antworten auf die Frage liefern, wie bislang überwiegend energetisch genutzte Holzbestandteile künftig stofflich verwertet werden können. Ebenso entscheidend ist die Übertragung neuer Technologien in die Praxis, um den verstärkten Einsatz von Laubholz in Bau- und Industrieanwendungen voranzutreiben. Bereits im laufenden Jahr mussten wichtige Forschungsprojekte in diesem Bereich gekürzt werden.

Hinzu kommt: Ein großer Teil der Holzforschung entsteht in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen. Investitionen in die Holzforschung sind deshalb nicht nur Investitionen in Wissenschaft, sondern zugleich eine gezielte Wirtschaftsförderung. Sie stärken die Innovationskraft der gesamten Branche.